Setz-und Brutzeit-na und?

Wie jede Hundebesitzerin, die etwas auf sich hält, gehe ich mit meinen Hunden raus in die Natur. Wind, Schnee, Regen, Wind, Pflanzen und Wasser machen meine Spaziergänge zu diesem schönen Erlebnis. Wenn frühmorgens der Nebel noch über den Feldern liegt, oder ich nach oben schaue und die frischgrünen Frühlingsblätter der Weide gegen den strahlend blauen Himmel sehe, dann lacht mein Herz. Wenn ich dann noch einen Hund dabei habe, der ohne Leine durch sein Leben laufen darf, ist das doppelt schön. Wer behauptet, Hunde könnten nicht glückselig grinsen, hat noch niemals einen Vierbeiner ausgelassen über eine Wiese rennen sehen.

Je nach Bundesland ist diese Freiheit ab Anfang März bis Ende Juli vorbei: Die Brut- und Setzzeit beginnt und Vögel, Füchse, Hasen und Kaninchen, aber auch Rehe kümmern sich um ihre Jungen.

Früher habe ich mir nicht viel Gedanken um diese Wildtiere gemacht. Ich hatte zwei recht gut hörende Hunde, die höchstens mal einem Hasen hinterher rannten, wenn dieser direkt vor ihrer Nase auftauchte. Die Panik des Hasen nahm ich sozusagen „in Kauf“, denn „die Hunde sind ja sowieso viel zu langsam“. Heute schäme ich mich für meine damalige Logik: Wie furchtbar muss es sein, aus Todesangst vor wild kläffenden Vierbeinern weglaufen zu müssen, und ist man auch noch so schnell! Ich habe auf jeden Fall dazu gelernt und das passiert mir nur noch sehr, sehr selten: Da muss schon ganz schön viel schief laufen.

Heute mache ich mir viel mehr Gedanken, denn ich sehe, dass die Tiere immer weniger Lebensraum haben. In den 16 Jahren, in denen ich nun über Arheilgens Felder laufe, sind Hecken, Böschungen und Ackergrenzen geschrumpft. Es bleibt leider nicht mehr viel Platz zum „Brüten und Setzen“. Deshalb bin ich doppelt vorsichtig und spreche auch mal freundlich Menschen an, an denen das Verbot vorbei gegangen ist. Das funktioniert eigentlich gut und es ist noch nie jemand unfreundlich geworden.

Wen ich aber wegen schlechter Erfahrungen besser nicht anspreche, sind die Männer auf den großen schweren Maschinen. Sie fahren bei uns jede Woche über die Flächen, auf denen Hasen, Kaninchen, Mäuse und Vögel sitzen. Mit schwerem Gerät und viel Dünge- und Unkrautvernichtungsmittel geht es immer wieder über das Feld, hin und her. Diese Männer sind eher unfreundlich und finden auch Kunststofffolien-Meere über Spargel und Erdbeerfeldern ökologisch vertretbar. Ob dort eine Häsin ihre Jungen versteckt hat? Daran möchte ich lieber nicht denken. Die Landwirte tun es ja schließlich auch nicht.