Kleine Geschichten

Es war einmal ein weggeworfener Plastiksack am Strassenrand in Timisoara.

Jemand steckte Adele, eine kleine Jack-Russell Mischlings-Hündin, zusammen mit ihren zwei Schwestern in einen Plastiksack und ließ diesen an einer Straße in Timisoara liegen. Zum Glück fand unsere Tierschutzkollegin Liliana sie und nahm die drei mit nach Hause. 
Leider hatten die Geschwister Parvovirose, eine sehr schwere Krankheit, die vor allem Welpen befällt. Adeles Schwestern waren zu schwach und starben, aber Adele hatte den Willen und Kampfgeist, den Virus zu besiegen. Sie konnte ein neues Leben starten. Liliana nahm sie mit in die Fields und päppelte sie auf.

Im August 2013 adoptierte Elfie sie und nahm sie mit auf die Reise in die neue Heimat „die Bretagne“. Leider hatte Elfie ihrem Lebenspartner Horst nichts von dem neuen Familienmitglied erzählt – es gab ja auch schon drei Pferde, zwei Schweine, vier Katzen und drei Hunde – aber Elfie wusste, der Horst hat ein großes Herz und würde, wenn auch mit anfänglichem Protest, dieses kleine hilflose Wesen sicher in sein Herz schließen.

Adele kam nach mehr als 2500 km Reise mit einem Zwischenstation in Deutschland in ihrer neuen Heimat an. Sie war völlig verängstigt und voller Misstrauen und wusste genau, dass man vor Menschen immer Vorsicht haben muss! Besonders von Männern wollte sie nicht angefasst werden. 

Aus Adele wurde June und – sie wickelte den Horst vom ersten Moment an um ihre kleine Pfote. Inzwischen hat sie sich zu einem stattlichen Muskelpaket von 16 kg entwickelt und ist mittlerweile auch bei Facebook bestens bekannt.


Die Geschichte von Anthony

Anthonys Happyend ist eine große Motivation für uns und gibt uns Kraft, für die Schwächsten der Schwachen weiterzukämpfen.

Anthony kam aus dem schlimmsten Shelter, das wir je gesehen haben ( Bild anbei ). Wir haben ihn im März diesen Jahres einfach ins Auto gepackt und mitgenommen, denn wir könnten ihn unmöglich dort lassen. Eigentlich verdienst dieses Shelter seinen Namen nicht (Shelter heißt Schutzort), sondern es sollte besser Müllhalde heißen. Seitdem lebt er auf unserem Hof und es war eine wahre Freude zu sehen, wie glücklich er über sein Kämmerchen mit Stroh war. Anthony ist immer dankbar für jedes Wort, für jede Streicheleinheit und für jedes Extra-Häppchen.
Danke an alle, die das möglich gemacht haben!!!

Übrigens heißt Anthony nun Melchior. Ein schöner Name!


 

Aus Lady wird Missy

Bei meinem Rumänien-Besuch 2014 wurde mir gleich beim Einchecken ins Hotelzimmer ein kleines Etwas in die Hand gedrückt. Ich solle doch bitte die kleine Lady während meines Aufenthalt im Hotel ein warmes Plätzchen geben.
Der rumänische Tierschutz hatte für das haarlose, alte Geschöpf keine passende Unterkunft gefunden, und so sollte ich jetzt mal „ran“. Die Vorbesitzerin war leider verstorben und die Familie, die den Hund übergangsweise aufgenommen hatte, wollte sich mit dem „hässlichen“, inkontinenten und mit starkem Mundgeruch behafteten Geschöpf nicht mehr abgeben.

Lady hat sich im Zimmer zielstrebig unter die Gepäckablage geschlichen und sich von dort während der 4 Tage meines Aufenthalts kaum wegbewegt. Der Rückflug nach Deutschland kam immer näher und damit auch die Entscheidung, was mit Lady geschehen sollte. Zurücklassen war mittlerweile keine Option mehr, da sich die kleine Wurst in mein Herz geschlichen hat, nur: Wie sollte ich das meinem Mann in Deutschland erklären?
Da ich dem Tierchen nur noch wenige Wochen auf dieser Welt gegeben hatte, hoffte ich auf sein Verständnis und bekam es auch. Nur: Wie sollte Lady nach Deutschland reisen? Ich sollte mit einem Flug zurückfliegen, auf dem keine Hunde, noch nicht einmal in Hamstergröße, erlaubt waren. 

Auf nach Deutschland

Eine nette Tierärztin konnte dann aber doch jemanden bei der Lufthansa bezirzen und Lady fand unbeschadet den Weg in den Münchner Flughafen, wo sie mit großen Augen vom meinem Mann in Empfang genommen wurde.
Mittlerweile heißt Lady Missy und liegt zwischen meinem Mann und mir im Ehebett.
Schon nach wenigen Tagen sprang Missy in einen Jungbrunnen und wurde immer agiler und lebenslustiger. Nur der starke Mundgeruch war ein Hindernis für den nächtlichen Verbleib im Ehebett. Die ihr noch verbliebenen Zähne waren fast alle am Verfaulen – also eine Zahn-OP! Wir wussten nicht, ob die alte Dame die Narkose überstehen würde. Aber sie hat es geschafft und war schon kurz danach wieder fit. Eigentlich müsste nun auch noch ihre Gebärmutter entfernt werden, aber eine solche große Operation wollten wir Missy nicht mehr zumuten. Sie sollte ohne weiter Eingriffe noch ein paar schöne Wochen oder gar Monate bei uns verbringen.
Inzwischen ist sie seit fast eineinhalb Jahren bei uns und wir hoffen, dass sie noch lange Teil unseres Rudels bleiben wird. Sie ist so liebenswert, wie es ein kleiner Hund nur sein kann..


 

              Das ist mein Karlchen aus Rumänien

Karlchen

 

Dies ist eine kleine Geschichte über eine rumänische Fellnase, die leider nicht mit AHL zu uns gekommen ist.

Karlchen, der früher Gizmo hieß, wohnt seit November 2014 bei mir und meiner Frau. Seit Oktober 2015 hat er auch einen ungarischen Bruder, den Jacob – wir sind halt ziemlich international. Karlchen kam ängstlich, zurückhaltend und sehr unsicher bei uns an. Schon nach ein paar Tagen schwand die Unsicherheit immer mehr und er fasste Vertrauen zu uns. Das Zusammenleben wird seither immer harmonischer.

Als ich ihn auf der Facebook-Seite der vermittelnden Organisation sah, war mir klar, dass ich ihn zu uns holen mußte. Heute denke ich, es gibt Fügungen, denen wir uns nicht entziehen können, und das ist gut so. Wir möchten unsere beiden Osteuropäer nie mehr missen: Wenn wir sehen, wie wohl sie sich fühlen, kann man jedem Hunde-Interessierten wirklich raten, einen Hund aus dem Tierschutz zu adoptieren. Diese Tiere sind so unendlich dankbar, und ich bin es auch, weil ich sie bei mir haben darf.

Willi Wagner


Hahn im Korb Frodo

Frodo

 

Frodo lebte mit sechs Schwestern auf unserem Schutzhof. Lange Zeit hat sich niemand für ihn oder seine drei unvermittelten Schwestern interessiert. Als wir im Winter den Schutzhof besuchten, war es bitterkalt und widerlich nass. Frodo und seine Schwester Rosa litten seit Tagen an starkem Husten und wurden mit Antibiotika behandelt. Irgendwie wussten wir, dass hier in diesem kalten Land keine wirkliche Chance für die beiden bestand, wieder gesund zu werden: Wir entschieden uns, sie mit nach Deutschland zu nehmen.

Frodo zog bei mir zur Pflege ein. Schnell ging es ihm besser und es meldeten sich Interessenten. Nach ca. 4 Wochen ist Frodo dann zu seiner neuen Familie gezogen. Leider zeigte sich diese als wenig geduldig und sie war in Sachen Hunde recht unerfahren. Für sie war es ein großes Problem, dass Frodo noch nicht stubenrein war. Er gehörte eindeutig zur Kategorie ‚harte Nuss‘! Natürlich hatte ich dies vorher mitgeteilt, aber die Realität sah eben anders aus als man sich das gehofft hatte. Zusätzlich hatte Frodo starkes Heimweh und so gab seine Familie nach noch nicht einmal 48 Stunden auf. Ich holte den kleinen Mann wieder aus dem 80 km entfernten Ort ab.

Einige Tage später meldete sich erneut eine Familie. Sie wohnten knapp 170 km entfernt, hatten ABER große Kinder, einen 4-jährigen Retriever und eine Katze. Das klang zu schön um wahr zu sein – also machten sich Frodo & ich auf den Weg, um uns das anzuschauen.

Dieses Mal war es ein Glückstreffer: Frodo heisst nun Bruno und ist inzwischen stubenrein. Sein großer Bruder Rocky hat ihm das mal alles geduldig erklärt und die Familie hat ihm die Zeit gegeben, die er gebraucht hat. Heue ist Bruno überglücklich mit seiner Katzenfreundin, seinem Hundebruder & seinen Menschen.

Manchmal braucht es kleine Umwege und viel Bereitschaft, sich für die Fellnasen einzusetzen.


Kleiner Glückspilz Sally

Sally

 

Sally war 15 Wochen alt und litt an schweren Demodex-Hautmilben. Für sie standen die Chancen sehr schlecht: Die notwendigen Impfungen setzten ihr wegen der massiven Hauterkrankung sehr zu. Sie wurde schwächer und schwächer.

Als letzte Chance haben wir sie eingepackt und auf die Reise nach Deutschland mitgenommen. Dort wurde sie tierärztlich super versorgt und unter angemessenen hygienischen Bedingungen konnte man ihr beim Gesundwerden zuschauen. 

Trotz ihrer starken Hautkrankheit hat Sally innerhalb kurzer Zeit eine ganz tolle Familie gefunden. Sie lebt nun mit ihren menschlichen Geschwister Megan & Collin und Mama & Papa zusammen in einem idyllischen Haus mit Garten. Zwei Hundefreunde warten jeden Tag im Büro auf sie – dort ist viel Kuscheln und Toben angesagt. .

Heute sieht man von Sallys Hautproblemen nichts mehr. Sie ist putzmunter, topfit & kerngesund.

 


Das gemeine rumänische Faultier, auch bekannt als Farah

Farah

 

Als ich im September das erste Mal mit nach Timsoara auf den Schutzhof von Animal-hope-and-liberty e.V. gefahren bin, war das eine unglaubliche Erfahrung. Es leben dort soooo viele tolle Tiere, aber ganz besonders aufgefallen ist mir sofort die große Schäfi-Mix-Hündin, die recht traurig und teilnahmslos in der Ecke saß, während 4 Junghunde um sie herumtobten.

Als ich ihre Geschichte erfuhr, habe ich sie noch am ersten Tag mit vom Hof in unser gemietetes Haus genommen. Für mich war klar, Farah kommt mit mir nach Deutschland.

Farah wurde 2 Jahre zuvor von anderen Vereinsmitgliedern, die zum Helfen vor Ort waren, mehr tot als lebendig im Regen am Strassenrand gefunden. Schnell war klar, sie hatte die Staupe: hochinfektiös und im Grunde fast ein Todesurteil. Farah aber wollte kämpfen. Daher haben wir  extra ein Zimmer für sie gemietet und sie fast 2 Wochen durch die Hölle begleitet. Mit ganz viel Liebe & tierärztlicher Rundumversorgung hat sie die Krankheit tatsächlich überlebt. Von ihrer Staupe hat sie eine Epilepsie zurückbehalten. Da die medizinische Versorgung in Rumänien nicht dem notwendigen Standard für eine solche schwere Erkrankung entspricht und Farah sehr unglücklich auf dem Schutzhof war, habe ich sie mitgenommen.

Farah nun etwa 8 Jahre alt und wird ihr Leben lang Medikamente brauchen, aber sie hat sich im Null Komma Nichts zu einer wahren Gefährtin entwickelt. Sie liebt ihr Sofa und mein Bett über alles und verträgt sich mit den anderen Hunden und sogar mit meinen Katzen. Am allerliebsten liegt Farah in der Sonne auf meiner Terrasse …
Farah ist unfassbar dankbar. Mit der medizinischen Versorgung hier in Deutschland haben wir es mittlerweile geschafft, dass ihre Anfälle ’nur‘ noch alle 8 Wochen auftreten statt alle drei bis vier Wochen. Vielleicht wird noch ein Wunder geschehen und meine Liebe wird diese schweren Anfälle nochmal ganz los.

Farah ist ein absolut friedliches und sanftes Wesen. Sie bereichert mein Leben allein dadurch, dass ich sie glücklich sehen darf; und Glück kann auch das Schweineohr am Abend sein, das sie freudig und genussvoll vertilgen darf!

Nancy Platt

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